unsere Monster

Auf dem Kleintiermarkt Bergneustadt wurden 2014 u. a. drei junge Seidenhühner zum Kauf angeboten: ein Hahn und zwei deutlich kleinere Hennen – als „Stamm“ für 60 EUR.

Weil wir bereits einen Hahn, Hannemann, besaßen, hatten wir lediglich die beiden ‚Hennen‘ für zusammen 45 EUR erworben:

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Die putzig aussehende Seidenhühner werden von uns unter dem Oberbegriff ‚Monster‘ zusammengefasst, weil sie so ganz anders als normale Hühner aussehen. – Nachbars Jungs haben sie jedoch spontan als ‚Super-Models‘ bezeichnet.

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Unsere beiden Monster wirken in ihrem Verhalten gemütlich, überhaupt nicht hektisch. Von Anfang an waren sie zutraulicher als unsere übrigen Hühner.

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Nach ihren ersten Krähversuchen wussten wir, dass wir nun zwei weitere Hähne besaßen … – Hannemann hatte das schon früher mitbekommen; er kann die beiden nicht leiden und hält sie von seinem Harem fern.

links „Kaffeechen„, rechts „Cappuccino„:

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Die beiden sind unzertrennlich, sie sind stets gemeinsam auf dem Grundstück unterwegs. – Dass  sie allmählich erwachsen werden, erkennt man an der Wulst oberhalb des Schnabels.

Wenn sich Hannemann hin und wieder auf einen der beiden oder beide gemeinsam zu stürzen versucht, verlieren sie für kurze Zeit den unmittelbaren Kontakt zueinander. Sie rufen sich dann gegenseitig, erst recht, wenn sie sich wegen der Sträucher zwischen ihnen nicht mehr sehen können, und sind erst still, wenn sie sich wieder gefunden haben.

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Gelegentlich gibt es zwischen den beiden einen jeweils kurzen Kampf: Sie springen sich gegenseitig – mit den Krallen voraus – an oder über den anderen hinweg. Nach ein oder zwei Kampfsprüngen ist aber Schluss. – Abends, auf der Schlafstange, hocken sie wieder ganz dicht aneinander; unsere anderen Hühnern kuscheln nie!

Auf Wikipedia gibt es (natürlich auch) zu Seidenhühnern einen speziellen Beitrag.

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Beide Hähne mögen übrigens Himbeeren, allerdings nur die roten; die gelben wollen sie nicht einmal kosten, obwohl diese mindestens genau so lecker schmecken – jedenfalls uns.

Können Hühner Farben unterscheiden oder unterscheiden sie lediglich die Helligkeit der Beeren? Oder riechen die roten Beeren anders als die gelben?

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Anfänglich haben wir uns darüber gewundert, dass Kaffeechen beim Füttern von der Hand hart zupickt. Das kann man durchaus als unangenehm empfinden. Im Gegensatz zu ihm nimmt Cappuccino die Körnchen und Himbeeren gefühlvoll auf, ohne dass man das auf der Haut spürt.

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Später wurde uns klar, dass das die ersten Anzeichen dafür waren, dass Kaffeechen (oben) eine immer schlechter werdenden Sehkraft hatte. Ab September / Oktober 2015 konnte er nicht einmal mehr die dicken roten Himbeeren auf der Hand richtig focussieren. Er musste jeweils mehrfach hintereinander zupicken, bis er die angebotenen Himbeeren mit dem Schnabel aufgenommen hatte.

Damit uns der arme Kerl nicht verhungerte, fütterten wir ihn dreimal am Tag. Wir hielten ihm einen blaugrünen Becher mit Körnerfutter dicht vor den Kopf. Wenn wir den Becher zwischendurch auch Cappuccino anboten, der nur ein paar Zentimeter entfernt von im wartete, dann machte Kaffeechen zunächst noch ein paar weitere Pickbewegungen: Offenbar sah er nur noch schwach das blaugrüne Etwas.

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Beim gelegentlichen Sonnen- / Sandbad:

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Kuscheliges ‚Fell‘, schöne Augen, monsterhaftes Aussehen von vorn.

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Video vom Sommer 2014:

Nachdem Kaffeechen von Hannemann und von den Laufenten gejagt / attackiert wurde, er aber nicht mehr sehen konnte, wohin er flüchten soll, haben wir einen Nachbarn gebeten, ihn von seinem inzwischen stressigen Leben zu befreien … (Trauer bei uns und offensichtlich auch bei seinem Kumpel). – Haut und Fleisch von Seidenhühnern sind übrigens bläulich; der Geschmack soll anders sein als bei normalen Hühnern …

Fortsetzung:

Cappuccino war seitdem ein Einzelgänger, erzwungenermaßen. – Anfangs hatte der kleine Zwerg-Hahn (Hannemann) ihn auf Distanz zu seinem Hennen-Harem gehalten. Mit der Zeit hatte sich das Verhältnis jedoch entspannt: Cappuccino suchte häufig die Nähe der anderen Hühner (ohne den Hennen Avancen zu machen, also ohne Anlocken mit entdecktem Futter), und Hannemann hatte das meist akzeptiert.

Nach mehr als einem Jahr des Alleinseins haben wir Cappuccino Ende Februar 2017 zwei junge Seiden-Hennen gekauft. Dass es diesmal wirklich Hennen sind, konnten wir daran erkennen, dass in deren Stall (ohne weitere Hühner) zwei kleine Eier lagen. – Wir hofften, dass wir nicht erneut getäuscht wurden … Inzwischen sind wir sicher: Obwohl die beiden auch nach vier Tagen noch kein Ei gelegt haben (Ursache wird der Stress durch die neue noch ungewohnte Umgebung sein.), erkennen wir das am Kot: Während Hähne nur ‚Krümel‘ abgeben, warten Hennen so lange, bis es sich lohnt …

Wir haben die beiden kleinen Seiden-Hennen von Anfang an in den separaten Stall von Cappuccino getan. Sobald sie ihm aber zu nahe kamen, hatte er sie ruppig verscheucht. Erst am vierten Tag hatte Cappuccino ein typisches Hahnen-Verhalten gezeigt: Er gab gurrende Laute ab und hielt sich nun bei den beiden Hennen auf; zwischendurch ging er allerdings wieder seine eigenen Wege. Hier ein Video vom vierten Tag:

Leider hatten wir beim Kauf der beiden Hennen deren „Kalkfüße“ übersehen. Die weißen Kalkfüße entstehen durch Grabmilben, die sich unter die Hautschuppen der Füße graben. Dann entstehen mit der Zeit kalkig wirkende Ablagerungen. – Die Ablagerungen waren teilweise etwa 5 mm hoch. – Behandlung: Einweichen der Füße mit Kernseifenwasser, Abbürsten mithilfe einer weichen Zahnbürste, abschließend Einölen der Füße mit normalem Speiseöl: Das Öl erstickt die verbliebenen Milben. – Diese Behandlung haben wir an den ersten beiden Abenden durchgeführt; Zeitaufwand je Huhn: zweimal eine halbe Stunde …. bei ekligem Geruch. Und es ging dabei leider nicht ohne Verletzung; beide Hühnchen haben an zwei Stellen leicht geblutet.

Entweder haben wir eine der beiden Hennen dabei so sehr verletzt, dass sie danach leicht humpelte … oder das Tierchen humpelte schon, bevor wir es gekauft hatten. (Als wir ein paar Tage später den Hühnerhändler auf die Kalkfüße angesprochen hatten, empfahl er uns als einfachere Therapie „Ballistol animal„; der Hersteller nennt auf seiner Webseite als Anwendungsfall ausdrücklich die „Kalkbeine bei Hühnern“.)

Die hellere der beiden Hennen nennen wir Hella, die andere nennen wir Lina – warum auch immer …

Übrigens: Auch Hella und Lina schmiegen sich im Stall aneinander an (identisches Verhalten seinerzeit auch bei Kaffeechen und Cappucchino); die ’normalen‘ Hühner haben dieses Verhalten nicht. – Die beiden kuscheln sogar beim Staubbaden:

Hühner (allgemein) – Villa Huhn –  StripteasePicktogramm –  kognitive Fähigkeiten – unsere Monster – rote Vogelmilben – Hühner-Starter