Arten von Kalk

Wissenswertes zu Kalk

Chemisch gesehen handelt es sich bei Kalk um eine Kalziumverbindung. Es gibt nicht nur mehrere Kalkarten, sondern eine Vielzahl unterscheidlicher Bezeichnungen für die einzelnen Kalkarten.

Hier die wichtigsten Kalkarten:

Kalk kommt in der Natur fast ausschließlich als Calciumcarbonat = CaCO3 = kohlensaurer Kalk vor. Es ist auch der Kalk, der sich z. B. in Wasserleitungen durch Verkalken absetzt, deshalb auch Kesselstein oder Kalkstein.

Calciumcarbonat verwendet man zur regelmäßige Erhaltungskalkung / Düngung eines Hausgartens = Gartenkalk: gemahlenes, schwer lösliches Kalkgestein mit einem geringen Magnesium-Anteil (nicht über zehn Prozent) für leichte und mittlere Böden; möglichst im Herbst oder Winter ausbringen; langsame und schonend Wirkung. – noch besser: Kompost vor der Zersetzung mit Gesteinsmehl anreichern, dann kann auf eine direkte Kalkung des Gartenbodens verzichtet werden.

Hintergrund: Gesteinsmehle enthalten viel Calciumcarbonat, Magnesium, Kalium und verschiedene Spurenelemente. Je nach Herkunft und Ausgangsgestein kann die Zusammensetzung stark variieren. Die Nährstoffe müssen zunächst von Mikroorganismen pflanzenverfügbar gemacht werden, daher entfaltet sich die Wirkung recht langsam.

Durch eine so genannte Erhaltungskalkung wird der Kalk ersetzt, der durch Auswaschung oder Aufnahme durch die Pflanzen verloren gegangen ist: etwa alle drei Jahre 150 Gramm Calciumcarbonat je Quadratmeter streuen. – Liegt der pH-Wert des Bodens eine komplette pH-Stufe unter dem Grenzwert, sollte man je nach Bodenart deutlich mehr Kalk ausbringen: Bei sandigen Böden etwa 250 Gramm Calciumcarbonat je Quadratmeter; bei Lehmböden kann sogar die doppelte Menge nötig sein, dann aber die Kalkgaben auf zwei Termine mit etwa einem halben Jahr Abstand verteilen.

Wenn man im Garten zu viel Kalk ausbringt, fördert man den Abbau von Humus. So werden kurzfristig zwar viele Nährstoffe freigesetzt, langfristig laugt man aber den Boden aus. Wenn der Humusgehalt schwindet, verschlechtert sich die Bodenstruktur und das Speichervermögen für Luft, Wasser und Nährstoffe nimmt ab. – Eine Kalkdüngung mit Augenmaß hat hingegen viele günstige Auswirkungen: Der Kalk neutralisiert die Bodensäure und wirkt so einer schleichenden Bodenversauerung entgegen. Er verbindet zudem die Tonteilchen zu größeren Krümeln und fördert die biologische Aktivität der Mikroorganismen. Die indirekten Auswirkungen sind noch vielfältiger: Die als Dünger zugeführten Nährstoffe werden von den Pflanzen besser aufgenommen, die ausgeflockten Tonkrümel verbessern die Bodenstruktur und damit die Speicherfähigkeit für Wasser und Luft. Das wiederum verringert die Verschlämmungsgefahr und führt im Frühjahr zu einer rascheren Erwärmung des Bodens.

Calciumcarbonat mit hohem Magnesiumanteil ist auch unter dem Handelsnamen „Dolomitkalk“ erhältlich. Er eignet sich für Pflanzen mit hohem Magnesiumbedarf, zum Beispiel für Nadelgehölze. – Algenkalk (meist Korallenablagerungen aus Rot-Algen) besteht aus etwa 80 Prozent Calciumcarbonat, hat einen relativ hohen Magnesiumanteil und ist reich an Spurenelementen wie Mangan oder Bor. Damit die Spurenelemente von den Pflanzen optimal verwertet werden können, sollte man Algenkalk während der Vegetationszeit ausbringen.

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Wenn Calciumcarbonat auf über 800°C erhitzt wird, entweicht Kohlendioxid = CO2 und es entsteht Calciumoxid = CaO = Branntkalk = gebrannter Kalk = ungelöschter Kalk – stark ätzend!

Calciumoxid wird vor allem in der Landwirtschaft bei schweren Böden eingesetzt – oft noch kurzfristig vor der Einsaat, da sie sehr schnell wirkt. Für Hobbygärtner ist Calciumoxid nicht empfehlenswert, denn es ist wegen seiner stark ätzenden Wirkung (pH-Wert 12–13) in der Handhabung problematisch: kann bei Augenkontakt zu Erblindung führen. Außerdem kann er vorübergehend das Bodenleben schädigen.

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Wenn Calciumoxid durch Zugabe von Wasser „gelöscht“ wird, entsteht unter Hitzeentwicklung Calciumhydroxid = CaOH2 / Ca(OH)2 = Löschkalk = gelöschter Kalk = (Weiß-)Kalkhydrat. 

Weißkalk

Calciumhydroxid entfaltet seine Wirkung nicht so schnell wie Branntkalk und wird in der Landwirtschaft zum Kalken mittelschwerer Böden verwendet. Auch Calciumhydroxid ist stark ätzend; nicht für den Hausgarten geeignet.

Calciumhydroxid wird für Kalkmörtel, Kalkfarben und Kalkputze genutzt. – Die Sonderform ‚Weißkalkhydrat‘ wird auch zur Desinfektion von Ställen genutzt. – Besser geeignet ist jedoch Kieselgur!

Aus dem Calciumhydroxid bildet sich unter Zufuhr von Kohlendioxid  = CO2 und geringer (Luft)Feuchte (H2O) wieder das Ausgangsmaterial Kalkstein und Baufeuchte (H2O).

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